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Zwischenmolekulare Kräfte - Bindungsarten - Aggregatzustände
In welchem Aggregatzustand sich eine Verbindung bei einer bestimmten
Temperatur präsentiert, hängt ganz wesentlich von den
zwischenmolekularen Kräften und damit von den Bindungsarten ab.
a) Verbindungen mit Ionenbindung
Stoffe mit
einer Ionenbindung sind in der Regel bei Zimmertemperatur fest und
kristallin. Die elektrostatischen Kräfte zwischen den Ionen wirken
in alle Raumrichtungen, damit bilden sich große Aggregate mit einer
festen Struktur.
b) Bei Molekülen mit einer
polarisierten kovalenten Bindung wirkt die Dipolkraft
Wenn die Atome eines Moleküls durch die polarisierte kovalente
Bindung gebunden sind, sind innerhalb dieses Moleküls permanente
Teilladungen vorhanden. Das hat zur Folge, dass sich diese Moleküle
untereinander anziehen. Diese Dipolkraft wächst natürlich
entsprechend der Stärke der Teilladungen, also entsprechend der
Differenz in den Elektronegativitäten der Moleküle.
c) Bei Verbindungen zwischen Wasserstoff und Fluor, Stickstoff oder
Sauerstoff wirkt die Wasserstoffbrückenbindung.
Diese
Verbindungen verfügen aufgrund der hohen
Elektronegativitätsdifferenz zwischen Wasserstoff und den drei
anderen Elementen über ein so großes Dipolmoment, dass die
Anziehungskraft zwischen den Molekülen sehr groß ist und eine
Wechselwirkung zwischen dem Wasserstoff des einen Moleküls und dem
freien Elektronenpaar z. B. dem Sauerstoff eines anderen Moleküls
zustande kommt. Da ein freies Elektronenpaar an dieser
Wechselwirkung beteiligt ist, ist die KRaft zwischen den Molekülen
natürlich stärker als bei der reinen Dipolkraft, bei der einzig
elektrostatische Kräfte wirken.
c) Bei Stoffen mit
einer Atombindung wirkt die van der Waals Kraft
Bei
vollkommen unpolaren Molekülen kann es trotzdem z. B. rein zufällig
zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Elektronenwolke kommen.
Diese Störung in der Verteilung der Elektronen bedeutet aber
naturgemäß auch die wenn auch kurzzeitige Existenz eines Dipols.
Dieser hat wiederum einen weiteren Dipol in der Nachbarschaft zur
Folge usw. Man spricht von einem induzierten (durch äußeren Einfluss
herbeigeführten) Dipol . Da so ein Dipol - rein zufällig entstanden
- nur schwach ist und auch ebenso schnell wieder verschwindet, ist
die so entstehende Kraft nur schwach.
Matthias Rinschen (C) 2006 - 2009, Mail: deinchemielehrer
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